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Worn Wear Repair: Outdoorbekleidung Pflegen und Reparieren

Die Skihose hat einen Riss? Der Reißverschluss der liebsten Outdoorjacke ist kaputt? Die Materialien sind nicht mehr wasserfest? Kein Grund, Outdoorkleidung wegzuwerfen. Kleine Schäden kannst du selbst reparieren – für alles andere gibt es zum Beispiel die Patagonia Worn Wear Repair Tour.

AM 11.04.2022 

Wanderer in den Bergen bei Schnee

Damit man lange Freude an Outdoorkleidung hat, sollte man sie gut pflegen. Das ist gar nicht so schwer, wenn man ein paar Hinweise beachtet. So kann man kleinere Schäden sogar selbst reparieren. Das spart nicht nur Geld, sondern schont auch die Umwelt. Denn wer ein Kleidungsstück nur neun Monate länger nutzt, reduziert den Verbrauch von CO2-Emissionen, Abfällen und Wasser, die zur Herstellung eines Kleidungsstücks erforderlich sind, um 20 bis 30 Prozent (Quelle: Patagonia).

In diesem Blogartikel findet ihr Tipps, wie ihr lange Freude an eurer Outdoorbekleidung habt und erste Hilfe, wenn doch mal etwas kaputt geht.

Funktionskleidung reinigen: so oft wie nötig, so selten wie möglich

Schmutz und Schweiß können die Funktionalität der Kleidung beeinträchtigen. Eine einfache Wäsche hilft: Die meisten Kleidungsstücke könnt ihr im Schongang bei 30 oder 40 Grad waschen. Verwendet flüssiges Feinwaschmittel oder Spezialwaschmittel. Chemische Reinigung, Weichspüler und Bleichmittel sind tabu.

Hartnäckige Flecken wie Ruß oder Schmierfett sollte man mit einem Lappen und Spülmittel entfernen. Aber nur abtupfen – reiben verschlimmert den Zustand häufig. Dann alle Reiß- und Klettverschlüsse schließen, um das Material zu schonen. Fleece, Wolle und Softshell immer auf links waschen und für empfindliche Kleidung Wäschesäcke verwenden.

Outdoorkleidung waschen mit Spezialwaschmittel

Bei Softshell, wasserdichten und atmungsaktiven Kleidungsstücken nochmal extra spülen, um Waschmittelreste herauszuwaschen. Nur kurz oder gar nicht schleudern und über der Badewanne trocknen. Dann die Imprägnierung aktivieren:

Outdoorkleidung imprägnieren

Bei relativ neuer Kleidung kann die Imprägnierung einfach durch Wärme reaktiviert werden. Dafür das Kleidungsstück entweder im Schongang 30 Minuten in den Wäschetrockner geben, mit dem Haartrockner aus einigen Zentimetern Abstand rundherum wärmen oder bei niedriger Temperatur ohne Dampf bügeln. Bei letzterem verhindert ein Tuch zwischen Kleidungsstück und Bügeleisen eine Beschädigung.

Perlt das Wasser nicht mehr vom Kleidungsstück ab, sondern hinterlässt eine nasse Stelle, solltest du es erneut imprägnieren. Hierfür muss das Kleidungsstück zunächst gewaschen werden. Am einfachsten sind dann spezielle Sprays, die auf die feuchte oder trockene Kleidung gesprüht werden. Besonders beanspruchte Stellen können damit intensiver behandelt werden.

Auch eine Einwaschimprägnierung ist ganz simpel. Nach der Wäsche die Waschmittelreste aus der Wäschekammer entfernen und das Imprägniermittel nach Anweisung einfüllen. Imprägniert wird im Schonwaschgang bei 30 Grad ohne Schleudergang. Bei Handwäsche wird das Kleidungsstück ca. 15 Minuten in der Imprägnierlösung eingeweicht und gelegentlich durchgeknetet (Handschuhe nicht vergessen). Danach gründlich ausspülen. 

Wasser perlt an imprägniertem Kleidungsstück ab

Kleine Schäden selbst reparieren

An stark beanspruchten Stellen der Funktionskleidung kommt es häufig zu Abnutzung und Materialermüdung. Ein Loch durch Funken vom Lagerfeuer oder ein Risse, wenn man an einer Felskante unachtsam war, entstehen ebenfalls schnell. Vieles lässt sich selbst reparieren: Ein abgelöstes Nahtband oder eine aufgescheuerte Naht kann durch speziellen Kleber wieder fixiert werden. Für starke Abnutzung dieser Bereiche gibt es selbstklebendes Nahtband.

Bei kleinen Löchern oder Rissen kann ein Reparaturset wertvolle Dienste leisten. Wenn das Kleidungsstück ein Futter besitzt, dieses an einer Naht auftrennen, um von innen an den Schaden zu kommen. Funktionsmaterial im Bereich des Risses reinigen. Mit Reparaturtape oder einem Flicken, der für die bessere Haftung auf jeder Seite des Risses über 1,5 cm Klebefläche verfügt und abgerundete Ecken hat, die Beschädigung verschließen. Dann das Gewebe von außen mit Dichtmasse bearbeiten und 24 Stunden trocknen lassen. Schließlich das Futter wieder verschließen. Fertig. Geflickte Kleidungsstücke sollte man nicht über 40 Grad waschen. 

Für schwere Fälle: Profis ans Werk lassen

Wer zwei linke Hände hat braucht trotzdem nicht verzweifeln: Beim Deutschen Alpenverein gibt es Repair & Care Workshops und eine Sprechstunde. Einen ganz besonderen Service gibt es auch in diesem Jahr wieder von Patagonia: Der Worn Wear Reparatur-Anhänger von Patagonia macht sich auf den Weg in ausgewählte Skigebiete, um technische Bekleidung zu reparieren und ihr so ein zweites Leben zu schenken.

Patagonia Worn Wear Tour Truck

Egal, ob Reißverschlüsse, Knöpfe, Löcher, Risse oder GORE-TEX-Bekleidung – professionelle Näher reparieren eure liebsten Kleidungsstücke im Rahmen der Worn Wear Repair Tour kostenlos und markenunabhängig. Die Aktion wurde 2013 ins Leben gerufen und soll dazu anregen, Outdoor Ausrüstung gut zu pflegen, zu reparieren und viele Saisons zu verwenden. Das ist gut für den Geldbeutel und noch besser für unseren Planeten.

Du möchtest speziell deine Daunenjacke reinigen? Dann sieh dir unser folgendes Video an:

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