Winterwandern mit Schneeschuhen

Eine Gruppe Schneeschuhwanderer wandert an einem sonnigen Wintertag vor dem Panorama des Piz Palü
Im Sommer findet man dich ständig im Freien. Und im Winter? Auch da kannst du die Natur durchwandern – mit extra dafür vorgesehenen Hilfsmitteln, den Schneeschuhen! Denn die verhindern, dass du im Tiefschnee versinkst (was mit normalen Wanderschuhen sofort passiert) und sorgen so dafür, dass du klirrendkalte Wintertage optimal nutzen kannst.

Die Vorteile liegen auf der Hand: Du kannst wie beim Wandern im Sommer ohne schwere Skiausrüstung und co. einfach losziehen. Das Ganze ist obendrein noch extrem günstig: außer den Schneeschuhen hast du das meiste Equipment bestimmt eh schon zuhause.

Und für Naturliebhaber ist eine solch intensive Begegnung mit der Winterwelt sowieso ein Muss. Zusammen mit erfahrenen Bergführern der SportScheck Berg- und Skischule Vivalpin beantworten wir hier die wichtigsten Fragen zum Thema.
Eine Gruppe von Leuten bei einer Schneeschuhwanderung.

Was ist Schneeschuhwandern?

Schneeschuhgehen ist eine ursprüngliche und einfache Fortbewegungsart für tiefen Schnee. Wenn man geschichtlich weit zurückdenkt, benutzten sie vor allem Jäger in Skandinavien, Grönland und anderen nordischen Staaten. Die ersten schneeschuhähnliche Fortbewegungsmittel wurden bereits ca. 50 Jahre vor Christus erwähnt.

Schneeschuhgehen ist so simpel und natürlich wie „normales“ Wandern. Nur es ist eben Winter. Im Gebirge brauchst du allerdings je nach Hang, Wetter und Lage auch Lawinenkenntnisse! Und so einfach ziehst du Schneeschuhe an: Du fixierst sie mit einem einfachen Riemensystems an deinen Wanderschuhen.

Falls du dich fragst, warum man für Wanderungen im Winter überhaupt spezielle Schneeschuhe braucht: Durch ihre große Fläche  verhindern sie, dass du im tiefen Schnee einsinkst, denn sie schaffen Fläche und verteilen dein Körpergewicht besser als eine Schuhsohle. Moderne Schneeschuhe haben außerdem noch Eiskrallen zum Gehen in geneigtem Gelände und auf hartem Untergrund. So kann man nicht abrutschen.
Eine Gruppe von Winterwanderern in einer schönen Schneelandschaft.

Was brauche ich fürs Schneeaschuhwandern?

Neben den Schneeschuhen (die kosten, je nach Modell ca. zwischen 60€ und 250€) und Stöcken mit passenden Tellern für tiefen Schnee benötigt man eine gute Wander- und Trekkingausrüstung. Da du im Winter bei tiefen Temperaturen unterwegs bist, zwiebel dich in deine Kleidung ein: mehrer Schichten halten dich warm und eine Thermoskanne mit heißem Tee ist natürlich auch nicht verkehrt.

Wer kann alles Schneeschuhwandern gehen?

Fürs Schneeschuhwandern gibt es keine besonderen technischen Voraussetzungen. Die konditionellen Anforderungen entsprechen denen beim Wandern. Als Neuling solltest du also eine entsprechende Kondition für mehrstündige Wandertouren mitbringen.
Zwei Wanderer laufen im Winter durch eine verschneite Berglandschaft

Was ist das Besondere am Schneeschuhwandern?

Mit Schneeschuhen kannst du traumhafte Naturerlebnisse und die Ruhe der Winterlandschaften genießen. Du entdeckst tief verschneite Landschaften im Gebirge und Hochgebirge, die normalerweise nur Jägern, Skitourengehern oder einigen wenigen Naturliebhabern vorbehalten bleiben.

Im Unterschied zum Wandern im Sommer sind die Eindrücke im Winter, die Stille und Einsamkeit besonders eindrucksvoll und nicht abhängig von aufwändiger Ausrüstung und exotischen Reisezielen. Diese Wanderform ist definitiv für Genussmenschen und Naturfans sehr zu empfehlen!

Denn Schneeschuhwandern ist kein Sport, es ist ein Erlebnis. Nur selten und kaum mit geringerem Aufwand und günstiger kann man unverfälschte Natur so intensiv erleben.
Ein Schneeschuhwanderer durchwandert eine stürmische Schneelandschaft

Wo sind die schönsten Gebiete & Routen fürs Schneeschuhwandern?

Da gibt es viele! Eigentlich überall, wo genug Schnee liegt. Neben den Alpen kommen natürlich auch die Mittelgebirge in Frage. Trotzdem sollten Anfänger mit Bedacht vorgehen: Einerseits ist die Orientierung im (logischerweise) weglosen Gelände oft schwierig, zum anderen müssen Naturschutz und auch mögliche Alpine Gefahren wie Lawinen berücksichtigt werden.

Geführte Schneeschuhwanderung mit der SportScheck Berg- und Skischule

Eine geführte Schneeschuhtour hat den Vorteil, dass man ohne Ausrüstung zu kaufen mit geringem Aufwand mal reinschnuppern kann. Außerdem unterstützen dich erfahrene Bergführer mit vielen Tipps zur Ausrüstung, Gehtechik oder Routenwahl im Gelände und checken das Lawinenrisiko fachmännisch ab. Nicht zuletzt lernt man eine Menge nette Leute kennen!

Die Ziele können sich auch sehen lassen: So gibt es eine Schneeschuh Tagestour oder ein ganzes Wochenende unter der kleinen Zugspitzschwester, der Alpspitze, Schneeschuh Wochenenden im Rofan, Wanderungen von der Isar an den Tegernsee und in Oberammergau, Schnuppertouren auf den Münchner Hausberg Wank und für Ambitioniertere steht sogar die Zugspitze auf dem Programm!

Gruppenwanderung im Schnee.

Ausrüstrungsliste fürs Schneeschuhwandern:


Schuhe

  • feste Bergschuhe, knöchelhoch und wasserdicht mit Profilsohle, Tipp: LOWA Trekker

Schneeschuhausrüstung

  • Schneeschuhe mit Aluminiumrahmen und Neoprenbindung, Tipp: TUBBS
  • Teleskopstöcke mit entsprechenden Tiefschneetellern, Tipp: LEKI

Notfallausrüstung

  • LVS Gerät, am besten mit Dreiantennentechnologie, Tipp: ORTOVOX 3+
  • Lawinenschaufel mit Metall oder Carbonblatt
  • Lawinensonde
    (Die Notfallausrüstung wird nur für Schneeschuhtouren im hochalpinen oder nicht lawinengesicherten Gelände benötigt und bei geführten Touren von der SportScheck Berg- und Skischule kostenfrei zur Verfügung gestellt.)

Bekleidung

  • Trekkinghose und Jacke mit Klimamembran, Tipp: BERGANS mit Dermizax Membrane
  • Softshelljacke, Tipp: BERGANS Stranda
  • Wechselwäsche, am besten aus Merinowolle, Tipp: ICEBREAKER
  • Rolli + warmer Pullover/ Fleece
  • Spezielle Funktions-Skisocken, Tipp: ICEBRAKER geruchsneutral aus Merinowolle
  • Handschuhe mit Klimamembran
  • Mütze, Sonnenhut

Sonstiges

  • Sonnenbrille mit Seitenschutz
  • Sonnencreme mit hohem Lichtschutzfaktor,
  • Rucksack mit Hüftgurt,
  • für Tagestouren ca. 20-30l
  • für Mehrtagestouren und Durchquerungen ca. 30-40l
  • Tagesproviant (Müsliriegel, Schokolade…)
  • Thermosflasche mit heißem Getränk
  • Ausweise, Geld in Landeswährung
  • Hüttenschlafsack bei Mehrtagestouren mit Hüttenübernachtung
  • Kleine Apotheke mit Blasenpflaster etc.

SportScheck Berg- und Skichule Bergführertipp:

Besonders bei den Trekkingschuhen sollte nicht gespart werden – denn nur mit perfekt passenden und wasserdichten Schuhen wird Ihre Schneeschuhtour zum Genuss. Entscheidenden Anteil an der Passform haben auch entsprechend auf den Einsatzzweck abgestimmte Funktionssocken.