Sicherungsgeräte

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Welche Sicherungsgeräte gibt es?

Generell unterscheidet man zwischen dynamischen und halbautomatischen Sicherungsgeräten. Die Differenzierung erfolgt dabei in erster Linie anhand der Blockierunterstützung der einzelnen Modelle und ob man im Falle eines Sturzes aktiv bzw. passiv sichert. So würde bei einem dynamischen Sicherungsgerät das Seil ohne aktives Eingreifen von allein durchlaufen und der Kletterpartner mehr oder weniger ungebremst auf den Boden prallen. Halbautomaten  hingegen blockieren im Notfall selbständig, um zum Beispiel bei langsamer Reaktionsgeschwindigkeit oder bei Unachtsamkeit das Schlimmste zu verhindern.

Dynamische Sicherungsgeräte (HMS, Tuber, Achter):

Dynamische Sicherungsgeräte ermöglichen eine Sicherung des Kletterpartners ohne die Einbeziehung des eigenen Körpers und einer kompletten Blockierung des Seillaufs. Die Bremskraft variiert somit je nach Positionierung der Bremshand. Vor allem beim Vorstiegssichern ist es wichtig, den Vorauskletternden dynamisch zu sichern. Soll heißen: Er oder sie wird im Falle eines Sturzes nicht ruckartig abgefangen, sondern fällt verhältnismäßig weich ins Seil.

Tube / Tuber:

Der Tuber zählt zu den beliebtesten Sicherungsgeräten, sowohl in der Kletterhalle als auch draußen am Fels. Der Seillauf wird zwischen Karabiner und Tuber blockiert, indem das Schlappseil mit der Bremshand nach unten gezogen wird. Mittlerweile gibt es viele verschiedene Modelle und Varianten des Tubers: für ein oder zwei Seile, mit zwei Bremsstufen, mit Aufhängeöse für die Plattensicherung etc.

VORTEILE: einfache Handhabung, ermöglicht dynamisches Sichern, das Seil kann schnell ausgegeben und wieder eingeholt werden, seilschonend, kann je nach Modell zum alpinen Nachsichern und Abseilen verwendet werden

NACHTEILE: extrem gefährlich bei Bremshandfehlern, Bremswirkung fällt bei neuen und dünnen, glatten Seilen niedriger aus, mitunter hohe Haltekräfte erforderlich (Durch Einhängen von zwei Karabinern kann man die Bremsstufe erhöhen!)

Aktuelle Modelle: ATC-Guide von Black Diamond, Reverso4 von Petzl, etc.

HMS-Karabiner:

Dynamisches Sicherungsgerät für die Halbmastwurfsicherung beim Klettern. Der Karabiner besitzt in der Regel eine birnenartige Form, um ein Hin- und Herspringen des Sicherungsknotens beim Einholen oder Ausgeben des Seils zu ermöglichen.

VORTEILE: universell und einfach, kein zusätzliches Sicherungsgerät notwendig

NACHTEILE: erhöhter Seilverschleiß und Krangelbildung, da die Bremsreibung über das Seil erzeugt wird

(Abseil-) Achter:

Gilt als Urvater des Tubes und ist daher von der Bedienung sehr ähnlich. Wie der Name schon sagt, kommt der Achter bevorzugt beim Abseilen zum Einsatz.

VORTEILE: ermöglicht dynamisches Sichern des Vorsteigers, blockiert verhältnismäßig leicht, geringer Seilverschleiß

NACHTEILE: erhöhtes Fehlerrisiko, hoher Kraftaufwand

Halbautomatische Sicherungsgeräte (Bauart GRIGRI, Autotuber):

Halbautomatische Sicherungsgeräte sorgen bei Belastung für ein selbständiges Blockieren des Seils. Allerdings wird somit die dynamische Sicherung weitestgehend unterbunden und der Stürzende relativ abrupt gestoppt, was unter Umständen recht schmerzhaft sein kann. Der Sichernde muss nun die entstehende Fallenergie durch körperdynamisches Sichern minimieren, um für einen weichen Fall zu sorgen.

Ein großer Vorteil von Halbautomaten ist die zusätzliche Sicherheitsreserve für den Fall, dass man selbst nicht schnell genug die Bremshand positioniert oder kurz abgelenkt ist. Äußerst vorteilhaft ist zudem der reduzierte Kraftaufwand, da die Bremshand durch die Blockierfunktion entlastet wird. Das wiederum erleichtert das Sichern von Kletterern, die schwerer sind, als man selbst oder von Kletterpartnern, die eine Route länger projektieren.

Aber Achtung: Das Wort ""automatisch"" suggeriert eine trügerische Sicherheit. Denn bei falscher Bedienung kann die komplette Bremswirkung versagen und der Vorsteiger ungebremst aus der Wand stürzen.

Verwendet werden Halbautomaten wie der Grigri oder sogenannte Autotuber:

h3> GRIGRI / GRIGRI 2 von Petzl:

Das GRIGRI, bzw. sin Nachfolger GRIGRI 2, von Petzl ist mit Abstand der beliebteste und geläufigste Halbautomat innerhalb der Sportkletter-Szene. Die Seilausgabe passiert über einen Hebel, der die Blockierung löst.

VORTEILE: blockiert selbstständig bei Belastung, daher sehr sicher, kaum Kraftaufwand erforderlich, optimal fürs Toprope-Klettern und Projektieren von Routen

NACHTEILE: Handling erfordert Übung und Routine, relativ schweres Gewicht, dynamisches Sichern wird aufgrund der Blockierfunktion unterbunden,

Weiteres Modell der Bauart: z.B. Cinch von Trango

Sichern mit dem GriGri 2 von Petzl

Autotuber:

Per Definition gehören Autotuber zur Familie der Halbautomatischen Sicherungsgeräte. Allerdings spielt die Position der Bremshand eine wichtige Rolle, um die vollständige Bremswirkung zu entfalten. (Demgegenüber braucht es beim Tube selbst bei höchster Bremswirkung immer noch zusätzlichen Kraftaufwand durch die Bremshand, um den Kletterpartner halten zu können.)

Wichtiger Hinweis: Bei Autotubern wird das Seil zwischen Sicherungsgerät und Karabiner eingeklemmt. Für eine optimale Blockierfunktion braucht es jedoch einen exakt passenden Karabiner, weshalb die Autotuber in der Regel nur als Set verkauft werden. Aus diesem Grund empfehlen wir, die Sicherungsgeräte nur mit den vom Hersteller empfohlenen Karabinern zu verwenden.

VORTEILE: relativ einfache Bedienung, leicht im Gewicht, hohe Sicherheit, seilschonend

NACHTEILE: dynamisches Sichern nicht möglich, gewöhnungsbedürftiges Handling je nach Modell

Aktuelle Modelle: Smart von Mammut, Mega Jul und Jul2 von Edelrid, Ergo Belay System von Salewa, Click Up von Climbing Technology etc.

Welches Sicherungsgerät ist das Richtige?

Das empfehlen die Sicherheitsexperten

Der Deutsche Alpenverein (DAV) empfiehlt die Nutzung von Halbautomaten für die Sicherung beim Sportklettern in Kletterhallen als auch in Klettergärten. Demnach ""bieten [diese] dort einen Sicherheitsvorteil gegenüber dynamischen Sicherungsgeräten."" Dynamische Sicherungsgeräte sind lediglich beim Einsatz in besonderen Situationen von Vorteil.

Dennoch wollen sich die Sicherheitsexperten des DAV nicht generell festlegen lassen, da jedes Sicherungsgerät in seiner Handhabung Eigenheiten besitzt. Nur wer diese kennt und beherrscht, kann auch korrekt sichern und Anwendungsfehler vermeiden. Somit sind eine qualifizierte Ausbildung und das konsequente Üben sowie Anwenden richtiger Sicherungsverfahren unerlässlich.

Warum werden gerade halbautomatische Sicherungsgeräte empfohlen?

In stark frequentierten Kletterhallen und Felsklettergärten sind die Besucher schnell einmal abgelenkt und es kommt zum Worst Case. Für den Fall der Fälle bieten Halbautomaten mit ihrer Blockierfunktion eine gewisse Sicherheitsreserve. Darüber hinaus reduzieren sie den benötigten Kraftaufwand der Bremshand. Gerade Anfängern oder leichtgewichtigen Sichernden bieten Halbautomaten einen Sicherheitsvorteil.

Wann sollte ein dynamisches Sicherungsgerät eingesetzt werden?

Dynamische Sicherungsgeräte bieten die Möglichkeit des gerätedynamischen Sicherns, d.h. im Sturzfall kann kontrolliert Seil nachgegeben werden. Das ist besonders dann ein Vorteil, wenn der Vorsteiger deutlich leichter ist (Kinder oder leichte Personen). Hierfür braucht es aber eine gewisse Erfahrung beim Handling der Geräte.

Im Gegensatz zu Halbautomaten sind HMS und Tuber die Standardsicherungsgeräte in alpinen Mehrseillängenrouten.