Beim Bouldern kommt es nicht nur auf die nötige Armkraft, sondern vielmehr auch auf den optimalen Einsatz der Füße sowie der korrekten Tritttechnik an. Wer immer nur mit Armkraft bouldert, macht einen Fehler – der sich in Erschöpfung und möglicherweise als Überforderungsverletzung der Arme bemerkbar macht.

Viel wichtiger ist der Einsatz der Füße und der richtigen Tritttechnik. So macht ein guter Stand in der Wand schon die halbe Miete aus und hilft dir dabei, enorm viel Energie zu sparen. Verzichtest du auf die Unterstützung deiner Beinkraft, machst du garantiert nach den ersten Routen schon schlapp.
Ein Paar Füsse in Boulderschuhen, die die korrekte Trittechnik vorführen.

Frontales Antreten

Frontales Antreten beim Bouldern mit den Zehen

Beim Platzieren des Kletterschuhs auf einem Tritt solltest du das Aufstellen über den Außen- oder Innenrist möglichst vermeiden. Auch wenn das je nach Beschaffenheit und Struktur des Tritts unvermeidbar ist. Denn eine optimale Kraftübertragung erreichst du am besten, wenn dein Fuß im rechten Winkel zur Boulderwand steht.

Gut zu wissen: Um Kraft zu sparen und den Druck der Fußspitze auf den Tritt zu erhöhen, kannst du zusätzlich noch deine Ferse anheben.
Ein Fuß beim Bouldern aus der Nahaufnahme bei der Tritttechnik Reibungstritt.

Reibungstritt

Reibungstritt gegen die Wand: hierfür brauchst du Vertrauen in deine Boulderschuhe.

Während du beim frontalen Antreten die Ferse anhebst, um einen sicheren Stand aufzubauen, senkst du beim Reibungstritt die Ferse eher nach unten ab. Dadurch vergrößerst du den Flächenanteil, mit dem die Sohle des Kletterschuhs am Tritt beziehungsweise am Felsvorsprung regelrecht klebt.

Idealerweise bringst du den Großteil deines Körpergewichts senkrecht auf den Tritt, um dadurch so viel Reibung wie möglich zu erzeugen. Immer mit viel Kraft treten um nicht abzurutschen! Üb diesen Tritt an ganz harmlosen Stellen. So verinnerlichst du, wie viel Vertrauen du in deine Boulderschuhe haben kannst.

Ein Fuss in Nahaufnahme bei der Darstellung des Innenkantentritts beim Bouldern.

Innen- und Außenkantentritt

Beim Innenkantentritt nutzt du die innere Schuhseite.

Kleinere Tritte, Leisten oder Felsvorsprünge bieten nicht immer ausreichend Platz, damit du die Fußspitze frontal ansetzen kannst. In diesem Fall trittst du mit dem Außen- oder Innenrist an.

Beim Eindrehen oder im Quergang ist diese Technik unvermeidbar, bietet dir aber deutlich weniger Halt und ist dementsprechend auch wesentlich kräfteraubender. Um auch bei dieser Fußtechnik den Druck zwischen Kletterwand und Füßen zu erhöhen, brauchst du einfach nur die Ferse leicht anzuheben und den Kletterschuh zu verkanten. Dadurch verlagerst du deinen Schwerpunkt und baust die nötige Körperspannung auf.

Toe- und Heelhook

„Hook“ bedeutet (man denke an Captain Hook): Haken. Und die Möglichkeit, zu haken sollte man auch beim Bouldern kräftig einsetzen, denn sie macht oft scheinbar unlösbare Routen easy! In Überhängen oder kniffligen Passagen hast du nicht immer die Möglichkeiten, einen Tritt zum Aufsetzen deiner Füße einzusetzen. Um dich dennoch zu stabilisieren, bleibt noch das Einhaken der Füße. 


So verhinderst du, dass dein Körperschwerpunkt von der Wand wegklappt („Offene Tür„). Mit einem Fersen-hook kannst du dich außerdem auf einen Tritt „hieven“ und mit einem Zehen-hook kannst du dich an Tritten oder Vorsprüngen sozusagen festhaken. Etwa bei Balancebouldern, wenn du dich an der Wand entlang streckst und dein Körpergewicht nahe dran halten willst.

Beim sogenannten Hooken setzt du also entweder den Vorderfuß oder die Ferse ein, um deinen Fuß mit einem Bouldergriff sprichwörtlich zu verhaken. Ein Heelhook erfordert dabei deutlich weniger Kraft als ein Toehook. Grund hierfür ist die natürliche Hebelfunktion und die unterschiedlich ausgeprägte Muskulatur von Waden- und Schienbein.

Tritttechnik Heelhook wird dargestellt.

Heelhook: Setz deine Ferse ein

Die Boulder Technik Toehook wird dargestellt.

Toehook: Hier sind die Zehen gefragt

Gerade beim Hooken kommt es daher auf eine optimale Passform der Kletterschuhe an, da sie dir sonst vom Fuß rutschen. Auch das Material der Sohle sollte entsprechend robust sein und weit genug über die Ferse beziehungsweise die Schuhspitze gezogen sein, damit sich die einwirkenden Kräfte besser verteilen und sich das Material durch die erhöhte Belastung nicht nach wenigen Trainingseinheiten vom Oberschuh löst.

Aber auch die nötige Beweglichkeit solltest du mitbringen, da Hooks nicht selten auf Brust- oder Hüfthöhe gesetzt werden müssen. Richtiges Aufwärmen und Dehnen ist für diese Tritttechnik ein absolutes Muss, denn sonst könnte ein allzu ambitionierter Spagat am Ende recht schmerzhaft ausgehen. Trainiere Hooks an einfachen Stellen und denk immer dran: Der Hook ist dein Freund!

Profi-Tipps zur Tritttechnik

Viel selber klettern und rumprobieren, aber auch bei den Profis abgucken helfen dir, die richtige Techik herauszufinden. Guck dir einfach mal die Tipps von Kletterprofi Stefan Glowacz zur richtigen Tritttechnik beim Klettern an: