Greiftechnik – alles im Griff beim Bouldern

Richtig angreifen: Tipps und detaillierte Fotos zu den einzelnen Varianten an Klettergriffen und der passenden Greiftechnik beim Bouldern. Oft klappts intuitiv – wir zeigen dir, wie du auch besonders kleine oder rutschige Griffe hältst!

Als positiver Griff werden beim Bouldern all jene Klettergriffe bezeichnet, an denen du dich mehr oder weniger mit den Händen festhalten oder deine Finger aufstellen kannst. Die einzelnen Griffe werden je nach Schwierigkeitsgrad und Form noch weiter differenziert.

Am einfachsten ist wohl der Henkel, den du mit der kompletten Hand beziehungsweise mit den drei Gliedern deiner Finger greifst und an dem du theoretisch auch einen Klimmzug machen kannst. In schweren Routen bieten Henkel zudem eine willkommene Möglichkeit zum Ausruhen und Arme ausschütteln.
Schwieriger wird es hingegen bei kleineren Griffen oder Leisten, denn dann finden meist nur die ersten Fingerglieder genügend Platz. Die Königsdisziplin sind jedoch Klammergriffe, die du mit deinern Fingern und dem Daumen in die Zange nimmst.
Im Gegensatz zu einem Obergriff, bei dem du beispielsweise wie beim Henkel oberhalb deines Oberkörpers zupackst, musst du beim Untergriff tief greifen oder kannst dich auf ihm hochdrücken. Die Bezeichnung ergibt sich somit aus der Belastungsrichtung.

Folgerichtig greifst du einen Seitengriff weder von unten noch von oben, sondern belastest ihn durch einen seitlichen Zug. Durch gekonntes Verlagern oder Eindrehen des Körpers verschaffst du dir zum Beispiel an einer Kante genau so viel Halt wie bei anderen Greiftechniken.
Ein Sloper ist quasi das Gegenstück zu einem Reibungstritt, denn Strukturen suchst du hier vergeblich. Der Aufleger ist zumeist ein großer, runder Bouldergriff, den du vollflächig mit der Hand umschließen musst. Soll heißen: Deine Hände finden lediglich mithilfe der komplett aufgelegten Innenfläche und jeder Menge Druck den nötigen Halt, den du vor allem über eine entsprechende Verlagerung deines Körperschwerpunkts herstellst.

Daher kommt es beim Sloper ganz besonders auf Geschwindigkeit an, ansonsten verlierst du schnell wieder den Halt und rutschst ab. Mit Fingerspitzengefühl kommst du da definitiv nicht weiter, soviel ist sicher.
Eine Hand in Nahaufnahme. Dargestellt wird der Fingergriff beim Bouldern.

Fingergriff

Besonders kleine Griffe erfordern starke Finger: Der Fingergriff

Bei einem Fingergriff kommen in der Regel nur die ersten beiden Fingerglieder zum Einsatz – wenn überhaupt. Beim Aufstellen der Finger wird die Verbindung zwischen ersten und zweitem Gelenk sehr stark belastet, um die nötige Reibung aufzubauen. Noch extremer wird es, wenn du die Fingerspitzen aufstellst. Diese anspruchsvolle Technik wirst du aber eher selten und nur in extrem schwierigen Boulderrouten anwenden müssen.

Viel öfter wirst du mit hängenden oder gestreckten Fingern an den Bouldergriffen kleben, um Gelenke, Bänder und Sehnen sowie deine Kräfte zu schonen. Allerdings fällt dabei die Reibung geringer aus und die Gefahr abzurutschen ist größer, als wenn du die einzelnen Finger aufstellen würdest.
Neben dem Henkel gelten auch Fingerlöcher als willkommene Möglichkeit, um in der Wand eine kurze Pause einzulegen. Vorausgesetzt, sie sind nicht scharfkantig und du bekommst mehr als nur einen Finger hinein. Je nach Größe des Lochs platzierst du idealerweise Zeige- und Mittelfinger darin, die beide über die meiste Zugkraft verfügen.

Sofern möglich, platzierst du für noch mehr Stabilität deinen Daumen außerhalb des Fingerlochs an der Wand, um die anderen Finger zu entlasten und dich richtig reinhängen zu können.