So gelingt dir das perfekte Outdoor-Foto

Tipps für das perfekte Outdoor-Foto
Frau fotografiert Landschaft
Photo by Joseph Pearson on Unsplash

Welche Kamera ist die richtige für mich?

„Nicht die Kamera macht das Bild, sondern der Fotograf.“

Der Spruch ist uralt, aber es steckt auch viel Wahres drin. Die meisten Tipps in diesem Beitrag kannst du auch mit dem Smartphone umsetzen. Warum dann trotzdem in eine „richtige“ Kamera investieren? Weil sie deine kreativen Möglichkeiten vervielfacht: Objektive wechseln, Blende und/oder Belichtungszeit manuell wählen - all das ist nur möglich mit einer System- oder Spiegelreflexkamera. Für den Outdoor-Einsatz rate ich zur Systemkamera - die sind in der Regel kleiner, leichter und weniger empfindlich. Auf die Zahl der Megapixel kommt es übrigens nicht an, denn heute haben selbst Einsteigermodelle genug Auflösung für Ausdrucke im Posterformat. Viel wichtiger ist die Sensorfläche - je größer, umso mehr Licht kann der Bildsensor einfangen. Nachteil: Ein großer Sensor ist teuer und braucht größere (schwerere) Objektive. Ein guter Kompromiss und für die meisten Hobbyfotografen die beste Wahl, ist eine Systemkamera mit Sensor im APS-C Format. Ordentliche Modelle bekommst du schon ab rund 500 Euro.

Objektive: Wieviel Brennweite darf‘s denn sein?

Während du bei der Kamera also ruhig sparen kannst, erweitern zusätzliche Objektive deine kreativen Möglichkeiten ganz erheblich. Zur Grundausstattung für den Outdoor-Bereich gehören ein lichtstarkes Weitwinkel-Objektiv  (Vollformat: 28 mm oder weiter; APS-C: 18 mm) für Landschafts- und Action-Motive und ein Standard-Zoom (28-70 mm / 18-55 mm) als „Immerdrauf“. Zooms sind zwar nicht so scharf und lichtstark wie Festbrennweiten, dafür aber sehr praktisch, gerade wenn ein häufiges Wechseln des Objektivs wegen der äußeren Bedingungen (Nässe, Staub, Höhe) nicht in Frage kommt.

Schlechtes Wetter = Gutes Wetter

Outdoor-Fotografie lebt von der Auseinandersetzung zwischen Mensch und Natur. Nichts ist langweiliger als blauer Himmel und Mittagssonne, deshalb freue ich mich als Fotograf über Wind und Wetter. Besonders stimmungsvolle Bilder gelingen bei Nebel, aufziehenden Gewitterwolken und kurz vor/nach Sonnenauf- bzw. -untergang (die sog. „Blaue Stunde“).

Berge im Nebel

Dimensionen verdeutlichen

Die Ausmaße einer Gebirgskette z.B. werden für den Betrachter erst greifbar, wenn er einen gewohnten Vergleichsmaßstab hat. Integriere also ganz bewusst Menschen oder Bauwerke (z.B. Hütten oder Heuschober) ins Bild. Um die Weite der Landschaft zu verdeutlichen und dem Bild Tiefe zu geben, helfen klar erkennbare Fluchtpunkte wie Wege oder Flüsse.

Sonnenstrahlen am Bergpanorama

Jahreszeiten herausarbeiten

Jede Jahreszeit hat ihre eigene Lichtstimmung und Farbtemperatur. Während im Frühling sattes Grün dominiert, sprechen im Herbst warme Gelb- und Rottöne für sich. Ein und dasselbe Motiv kann so ganz unterschiedlich wirken. Such dir einen Lieblingsplatz und versuche diese Kontraste im Laufe der Jahreszeiten herauszuarbeiten.

Spiegelung im Bergsee im Herbst

Goldener Schnitt

Wenn man Anfängern eine Kamera in die Hand drückt, versuchen sie oft intuitiv, das Motiv genau mittig im Bild zu platzieren. Das ist gut gemeint, wirkt aber leider ziemlich langweilig. Abhilfe schafft der sogenannte Goldene Schnitt: Teile dazu den Bildausschnitt gedanklich in drei horizontale und drei vertikale Linien. Dein Motiv platzierst du nun an einem der Schnittpunkte. Ausnahmen bestätigen auch hier die Regel: Wenn du z.B. Symmetrien oder Spiegelungen betonen willst, macht ein mittiger Bildaufbau natürlich Sinn.

Schneewanderung in Winterlandschaft

Vordergrund macht’s Bild gesund

Ein weiterer Tipp für den Bildaufbau: Nutze den Vordergrund, um den Blick des Betrachters zum eigentlichen Motiv zu lenken. Stell dir dieses Foto von der Talisker Bay auf der Isle of Skye mal ohne die Steine im Vordergrund vor - wäre ziemlich langweilig, oder?

Talisker Bay auf der Isle of Skye

Nachbearbeitung: Look Mom, #NoFilter!

Im Zeitalter von Instagram & Co kann jeder mit zwei Klicks einen bestimmten Look erzielen. Aber die integrierten Filter behandeln jedes Bild gleich und sind daher meist viel zu viel des Guten. Deutlich mehr Kontrolle hast du mit professioneller Software wie Lightroom oder CaptureOne. Aber dreh’ nicht zu viel an den Reglern, denn übertrieben gesättigte Farben und unnatürlicher Kontrast hinterlassen keinen guten Eindruck. Copyright Pictures: Hendrik auf'mkolk

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