Salt & Silver Travel Diary Pt. 4: Mission California BBQ

Die coolsten Surfspots, das beste Streetfood, das echte Kalifornien. Jo und Cozy aka Salt & Silver sind nicht nur Surfer, sondern auch Küchengötter und Reiseblogger – und deswegen genau die richtigen, um San Diego für uns zu erkunden. Heute: Ein echtes kalifornisches BBQ in einer Hippie-Villa.
Salt & Silver BBQ

Tag 4 für Jo und Cozy aka Salt & Silver in San Diego. Hier findest du alle Beiträge des California Travel Diarys.

Dear Travel Diary…

Wir stehen mit dem ersten Licht auf und laufen die paar Meter zum Strand vor - heute sollen die Wellen mal ein bisschen besser sein. Diesmal wollen wir unseren Homespot surfen, direkt in Ocean Beach. Wir klettern die kleine Sanddüne hoch, die den Strand von der Straße trennt, und schauen uns das ganze mal an. Es rollt direkt ein kleines Set rein, das vielversprechend aussieht. Leichter Offshorewind, das heißt, die Wellen werfen einen schönen Sprühnebel hinter sich, der in der Morgensonne glitzert. Dit is Kalifornien, wa! Jefällt uns. Nichts wie rein in die Wetsuits und dann ins Wasser. Es sind außer uns nur ein paar wenige andere Surfer im Wasser, der Vibe ist entspannt und freundlich. Nach der ersten Stunde werden die Wellen sogar immer besser, bis sie am Ende sogar zu barreln anfangen.

Salt & Silver Ocean Beach California

San Diego Fishmarket

Gleich nach unserer Surfsession haben wir schon den nächsten Punkt auf der Tagesordnung: Wir wollen auf San Diegos einzigen Outdoor Fischmarkt, der immer samstags auf einem Pier im Hafen abgehalten wird. Dort stehen die Locals mit ihren Catches of the day und verkaufen frischeste Ware, alles im kleinen familiären Stil gefischt. Nachhaltigkeit ist uns enorm wichtig und dieser Markt scheint genau das zu verkörpern.

Als wir ankommen, wissen wir gar nicht, wohin wir zuerst sollen. Auf einem dem Pier reihen sich die Schönheiten nur so aneinander, an Stand Eins bewirbt sich ein riesiger 4-Kilo-Hummer um den Schwergewichtstitel, direkt daneben posieren sogenannte „Spotted bay prawns“, Riesengarnelen mit schwarzen Flecken am Schwanz, die direkt vor der Küste hier gefangen werden. Ein älterer Herr im Neoprenanzug läuft an uns vorbei - „That’s the guy that dives for the lobsters“, erklärt die Garnelenverkäuferin. Stark! Wir taufen den Monsterhummer „Barry“ und lassen ihn uns mitsamt einem Pfund der Garnelen einpacken. Congrats Barry, du wirst der Hauptdarsteller in unserem neuen Kapitel: Das heftigste California Seafood BBQ worldwide.

Wir verabschieden uns herzlich und wandern einen Stand weiter. Hier gibt es Mahi-Mahi Filets, Moonfish, Thunfisch und andere Köstlichkeiten. Wir entscheiden uns für einige schöne Mahi-Mahi Filets, bei uns als Goldmakrele bekannt. Das besondere an diesen Tieren: Während sie am Leben sind, strahlen sie in leuchtenden Türkis und Gelbtönen, doch sobald man sie aus dem Wasser zieht und sie sterben, verschwindet innerhalb kürzester Zeit die komplette Farbe. Zurück bleibt ein silbergrauer, unscheinbarer Fisch mit seltsamem Kopf. Schon irre irgendwie, sobald der Fisch sein Leben aushaucht, gehen im wahrsten Sinne des Wortes auch die Lichter aus. Gibt einem zu denken… vielleicht doch Vegetarier werden?

Unser Streetfoodhighlight #1

Am nächsten Stand finden wir ganz unverhofft unser Streetfoodhighlight des ganzen Trips: Ein kleiner Stand am Ende des Piers verkauft Hawaiian Poke. Aber nicht einfach so – in einer Wanne liegen riesige Seeigel mit so langen Stacheln, wie wir es noch nie gesehen haben. Der Hawaiianische Typ, der sie zubereitet, nimmt einen für uns heraus, halbiert ihn und trennt die essbaren Rogen (ja - Seeigel kann man essen!) von den ungenießbaren Bestandteilen. Dann füllt er den ausgehöhlten Seeigel mit Poke und gibt schließlich die Seeigelrogen oben drauf. Das ganze schmeckt einfach HAMMER. So erfrischend, spicy, leicht und lecker wie Streetfood nur sein kann. Was ein Glück, dass wir den Markt gefunden haben!

Hinterland von San Diego

Mission California BBQ

So, die Hauptbestandteile für unsere Fiesta haben wir schonmal im Sack. Der Plan: Ein paar alte Freunde von unseren ersten Reisen haben mitbekommen, dass wir gerade in Kalifornien sind und wollen uns besuchen kommen. Na wunderbar, endlich ein guter Grund, es so richtig krachen zu lassen. Wir finden online eine heftige Hippie-Bude aus den 80ern: ein kuppelartiges Haus mit Hühnern im Garten, einem Swimmingpool, der zum Goldfischteich umfunktioniert wurde, und allerhand Kunstwerken. Das Ding liegt irgendwo im Hinterland, wir müssen also erstmal ordentlich shoppen gehen und dann laden wir alle in unseren Hippiepalast ein.

Den Rest unserer Besorgungen erledigen wir in einem Walmart: Gemüse, Dryaged Ribeye Steak, Kräuter und was man sonst so braucht. An der Kasse dann die Überraschung: Man will uns partout den Sixpack Bier und die paar Flaschen Wein nicht verkaufen. Unsere deutschen Personalausweise seien keine ausreichende Identifikation, könnten ja gefälscht sein. Wenn wir keinen Reisepass vorlegen können, gibt’s auch kein Bier. Geil, so haben wir uns ja das letzte Mal mit 15 an der Tanke gefühlt… Auch, dass Jo der Verkäuferin demonstrativ sein ergrautes Haupthaar zeigt und sie fragt, ob sie das schonmal an einem 20-Jährigen gesehen hat, hilft nicht. Fun Fact: als wir gleich darauf nebenan in einem Outdoor-Shop ein Zelt kaufen, entdecken wir an der Wand Shotguns und Sturmgewehre. WTF, komm schon Amerika, dein Ernst? Alles voller Junkies und Waffen, aber uns Beiden Ü30-Opas kein Bier verkaufen. Spaßvögel…

Festmahl in der Hippie-Villa

Der Weg nach Ramona ist spektakulär, es geht in Serpentinen über Bergstraßen mit riesigen Felstrümmern links und rechts. Überbleibsel von den Gletschern. Ramona selbst ist ein kleines Dorf, über das man wenig erzählen kann. Unser Haus liegt etwas außerhalb, versteckt im Dickicht. Das Gelände wirkt schon auf den ersten Blick psychedelisch, Hühner gackern durch den Garten, unter einem Apfelbaum steht eine Art umgebaute Kutsche, überall verteilt finden wir Kunstwerke und Installationen. Es sieht ein bisschen aus wie bei Mad Maxx, oder in dem Ramschladen in dem Anakin Skywalker als Kind Podracer baut. Riesige Kakteen und Agaven sind auf das Gelände verteilt, es gibt ein Gewächshaus mit Hanfpflanzen. Um den Pool herum ist eine heimelige Bett-Sofa-Chilloutarea und es gibt ein Tipi, das nach Patchouliöl duftet.

Hippie Villa in Ramona

Wir machen uns sofort ans Werk und bereiten das BBQ Gelage für unsere Freunde vor. Prawn skewers mit Knoblauch und Chili, Kale-Salad mit Birne-Limette-Vinaigrette, Barry, der Hummer in brauner Butter, Dry Aged Steak mit Kräutern, gegrillte Maiskolben, Mahi-mahi mit Salsa Verde, Knoblauchbrot. So präsentieren wir es einige Stunden später unseren Freunden, während wir gemütlich auf der Terrasse chillen und schlemmen, als gäbe es kein Morgen. Es ist schon dunkel und das Festmahl sieht im schummrigen Licht aus wie ein Renaissance Gemälde - einfach geil. Mission California BBQ: check!

To be continued…  

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