Die 5 spektakulärsten Ultra-Marathons

Gebirge, Wüste, Dschungel oder die Arktis zählen normalerweise nicht zu den Orten, an denen man einen Lauf oder gar einen (Ultra-)Marathon absolvieren würde. Es verlangt einem vieles ab, an so einem Lauf teilzunehmen. Neben körperlicher Fitness braucht man eine Menge Mut – denn es ist nicht ganz ohne, sich dieser Herausforderung zu stellen.
Dschungel Marathon

Herausforderung Ultra Marathon

Was genau ist ein Ultra-Marathon eigentlich? Grundsätzlich gilt: Alles, was die Länge eines normalen Marathons überschreitet (42,195 km), ist ein Ultramarathon. Weitere Regeln gibt es nicht.

Warum man an solch einem Rennen teilnehmen sollte? Die Welt erkunden, sich selbst spüren, an die eigenen Grenzen gehen und die Befriedigung, diese Grenzen besiegt zu haben, meint Ultra Runner Swen Losinsky. „Grenzen gibt es eigentlich nicht. Sie sind nur bei uns im Kopf.“ Jedes Jahr sucht er sich „irgendein total krankes Rennen“ aus, um zu testen, wie weit er gehen kann.

Wir haben nach den fünf spektakulärsten und außergewöhnlichsten (Ultra-)Marathons gesucht und hätten da ein paar Vorschläge für Typen wie Swen. Challenge accepted?

Ultra Runner Swen Losinsky
Ultra Runner Swen Losinsky

Dschungel Marathon: Escape-Room mal anders

Der gefährlichste Ultra-Marathon der Welt geht mitten durch das Amazonas-Gebiet von Brasilien. Innerhalb von sieben Tagen, bei Temperaturen von rund 40 Grad und einer Luftfeuchtigkeit von 99 Prozent, sind 254 Kilometer zu überwinden. Ständiger Begleiter sind Krokodile, Schlangen, Spinnen und Co. Auch Sümpfe und wilde Flüsse erschweren den Lauf durch den dichten Regenwald. Man läuft in Teams und muss sich selbst versorgen.

Vor dem Start des Ultras findet ein sechstägiges Trainingscamp statt, in dem Läufer auf die Herausforderungen, die auf sie warten, vorbereitet werden. Danach wird man mit einem Kompass, einer Karte und einer Pflichtausrüstung mitten im Dschungel ausgesetzt. Klingt spannend, du möchtest aber erstmal kleiner anfangen? Kein Problem – den Lauf gibt es auch in Marathondistanz oder über 122 km.

Nordpol Marathon: die teure Kälte-Challenge

+40 Grad sind dir zu warm? Wie wäre es dann mit -40 Grad? Der Nordpol Marathon ist der nördlichste, kälteste und hellste Marathon der Welt. Zudem ist es der einzige Marathon, der nicht auf festem Boden stattfindet. Sondern auf Eis, was die Läufer nur wenige Meter vom Arktischen Ozean trennt.

Nordpol Marathon

Die eisigen Temperaturen alleine können für den menschlichen Körper schon eine enorme und bedrohliche Belastung sein, doch es kommen noch kleine Hügel, weicher Schnee und auch die Gefahr, dass ein Eisbär um die Ecke auf die Läufer wartet. Deswegen wird die Strecke auch von bewaffneten Jägern beobachtet. Bei einer Startgebühr von sage und schreibe knapp 12.000 Euro sind Transport, Unterkunft und medizinische Versorgung inklusive.

Mit seiner Streckenlänge von 42 km ist der Lauf am Nordpol zwar kein Ultra-Marathon, aber dennoch findet er unter ultra-harten Bedingungen statt.

Mount Everest Marathon: der höchste Ultralauf der Welt

Laufen, Sightseeing und Bergsteigen: Der Mount Everest Marathon erfordert Multitasking! Es geht auf unglaublichen 5.356 m über dem Meeresspiegel los und führt durch hohe Himalaya Pässe und an Dorfsiedlungen vorbei. Mit dem höchsten Marathon der Welt feiert man jährlich die Erstbesteigung des Mount Everest. Der Lauf wird nicht nur als Halbmarathon- und Marathon angeboten, sondern auch als Ultradistanz über 60 km. Das Teilnehmerlimit ist auf 250 Läufer beschränkt, die ein ärztliches Attest vorweisen müssen sowie an einem zweiwöchigen Vorgbereitungsprogramm teilnehmen, um die notwendige Höhenanpassung sicherzustellen.

Everest Marathon

Big Five Marathon: Safari Feeling hautnah

Der Safari-ähnliche Lauf ist ein wahres Abenteuer und nichts für schwache Nerven. Die Stecke durch die afrikanische Savanne führt unter anderem an Elefanten, Giraffen, Nashörnern, Löwen und Zebras vorbei – ohne Zäune und Co.! Für die Sicherheit der Marathonis sorgen die Park-Ranger, die den Lauf überwachen.

Beim Big Five Marathon bucht man ein sechstägiges Packet, welches nicht nur die Vorbereitung beinhaltet, sondern auch zwei Tage nach dem Lauf, um sich zu erholen, Afrikas Savanne in Ruhe zu erleben und genießen sowie mit den anderen Läufern die Abende bei einem Abendessen und einer After-Marathon-Party ausklingen zu lassen, bevor es wieder heißt in den Flieger steigen und zurück in den Alltag.

Sahara Marathon: durch die Wüste für den guten Zweck

Sahara Marathon

Der Sahara Marathon ist nicht nur besonders, weil er in der Sahara stattfindet, er ist auch ein Benefizlauf für die saharauischen Flüchtlinge. Ihre Lebensbedingungen sind sehr einfach und die Zukunft der jungen Menschen ist perspektivlos. Neben der Anmeldegebühr zahlt man auch eine Spende von 50 Euro für dieses Projekt. Mit dem Geld werden Schulen und Krankenhäuser ausgestattet.

Beim Sahara Marathon kann jeder Läufer teilnehmen, der den Wüstenbedingungen standhält. Nicht nur Marathon und Halbmarathon, sondern auch die Distanzen 5 und 10 km sowie ein Kinderlauf werden angeboten. Neben dem sportlichen Erlebnis lernen die Läufer auf verschiedenen Ausflügen und Besichtigungen die Saharawi, ihre Geschichte und aktuelle Projekte kennen.

Diese Beiträge könnten dich auch noch interessieren