Basics - Außen- und Innenmaterialien

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Im SportScheck Online-Shop findest du eine große Auswahl an Schlafsäcken.

Zu den Schlafsäcken
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Neben dem Innenmaterial (Daune oder Kunstfaser) ist auch das Außenmaterial entscheidend für die Wirksamkeit eines Schlafsackes, z. B. bei Feuchtigkeit.

Insbesondere der Daunenschlafsack hat den Nachteil, dass die Daunen bei Feuchtigkeit zusammenklumpen und isolierendes Luftvolumen nicht mehr binden können.

Versuche, die Daune so zu imprägnieren, dass sie gegen Nässe widerstandsfähig ist, scheiterten bisher. Die Entwicklung von nässeunempfindlichen Kunstfasern konnte zwar die Leistungsfähigkeit von Schlafsäcken im feuchten Zustand verbessern, jedoch wurden nie die Werte der Daune im trockenen Zustand (der ja in der Regel vorherrscht) erreicht.

Jetzt geht man dieses Problem sehr erfolgreich durch Entwicklungen von neuen Bezugsmaterialien von außen an. Diese Materialien sind wasserabweisend, erhöhen jedoch das Gewicht und Packmaß des Schlafsacks nur unwesentlich.

Es gibt drei Kategorien von Außenmaterialien

 

  • Normale Nylon- oder Polyesterfasern
  • Mikrofasern
  • Wasserdicht beschichtete Nylonfasern

Allgemein sollten die Eigenschaften eines Bezugstoffes die Folgenden sein

 

  • atmungsaktiv
  • wasserabweisend
  • winddicht
  • robust
  • daunendicht
  • leicht und klein packbar
  • hautsympathisch

Normale Nylon- oder Polyestergewebe
Nylon war in der Vergangenheit das gängige Bezugsmaterial von Daunenschlafsäcken. Wichtige Eigenschaften, die Mikrofasern jetzt problemlos erfüllen, sind bei Nylon- oder Polyestergeweben nicht oder nur unbefriedigend vorhanden. Nylon ist nicht wasserabweisend. Bei einem geringen Metergewicht ist es nicht daunendicht, bzw., wird Daunendichtigkeit nur durch eine Beschichtung von innen erreicht, die wiederrum die Atmungsaktivität gegen Null setzten.


Mikrofaser
Mikrofaser bezeichnet man Fasern mit einem Durchmesser weniger als 3 Denier. Denier ist die Maßeinheit für die Stärke, genauer gesagt das Gewicht eines Faserfilamentes.
Eine Faser mit 3 Denier wiegt bei 9.000 m Länge 3 Gramm.

Auch Faden- bzw. Garnstärken können in Denier angegeben werden. Da ein Garn aus vielen Filamenten besteht, ist dessen Gewicht und der Denier-Wert natürlich deutlich größer.

Ein Mikrofasergewebe besteht aus extrem dicht gewebten Filamenten. Dadurch erhalten Mikrofasern hohe wasserabweisende Eigenschaften.

 

Wasserdichte Bezugsstoffe
GoreTex®
GoreTex® gehört zwar zu den wasserdichten Bezugsstoffen, jedoch wurde das Gewicht und Packmaß durch die GoreTex® Hülle deutlich erhöht. In manchen Situationen, z. B. Big Wall Expeditionen im Himalaja mit vielen Freibiwaks in der Wand haben diese Schlafsäcke immer noch ihre Berechtigung. Deshalb werden sie auf Sonderwunsch auch heute noch angefertigt.

 

Gore Dryloft
Die Firma W.L.Gore hat ein Material entwickelt, das keine so hohe Wasserdichtigkeit besitzt wie GoreTex®, dafür aber deutlich leichter ist. Gore Dryloft besitzt eine Wassersäule von 2.000 mm (gegenüber mehr als 40.000 mm bei GoreTex®). Es ist aber ausreichend wasserdicht, um Feuchtigkeit von der Daune fernzuhalten.

Der große Vorteil von Dryloft gegenüber GoreTex® ist das geringere Gewicht und die höhere Atmungsaktivität.

Die Nässe-Empfindlichkeit der Daune kann man durch solche Materialien deutlich reduzieren ohne das Gewicht und Packvolumen sehr zu erhöhen. Leider ist dieses Material extrem teuer.

Es ist eine höchst effektive Kombination von Eigenschaften für Outdoor Ausrüstungen: wasserdicht, winddicht und extrem atmungsaktiv.

Dieses Material ist für den heutigen und zukünftigen Outdoorler und Bergsteiger entwickelt worden. Wer sich in größeren Höhen aufhält, wo kein Regen mehr fällt, wird keine getapten Nähte in seinem Schlafsack oder seiner Wärmebekleidung benötigen, sondern größeren Wert auf niedriges Gewicht und extrem gute Wasserdampfdurchlässigkeit legen. So wurde Drilite Loft unter anderem am K2, Fitz Roy und am Everest mit sehr guten Resultaten getestet.

DRILITE Loft unter die Lupe genommen:
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Wasserdicht
DRILITE Loft hat eine Wassersäule von 2.000 mm. Erst dann würde es Feuchtigkeit eindringen lassen. Da die Nähte nicht abgetapt sind ist das Material nach der Verarbeitung stark wasserabweisend, jedoch nicht wasserdicht. Die Wassersäule ist nicht so hoch wie die von herkömmlichen Regenjacken.

Aber gerade Schlafsäcke und Daunenbekleidung sind nicht einem direkten Regenguss ausgesetzt. Zum Schutz vor Feuchtigkeit wie z. B. Kondenswasser, dem ein Schlafsack ausgesetzt ist, reicht eine Wassersäule von 2000 mm absolut aus. Somit wird eine Balance zwischen Wassersäule und Atmungsaktivität geschaffen, die für die Anforderungen an einen Schlafsack optimal ist, denn die leichte Beschichtung kommt voll der Atmungsaktivität zu Gute (siehe unten).


Winddicht
DRILITE Loft ist durch seine Beschichtung 100 % winddicht. Nach der Verarbeitung lassen nur die Nähte einen verschwindend kleinen Teil des Windes durch. Selbst bei Schlafsäcken, die nicht unmittelbar dem Wind ausgesetzt sind, wird die Wärmeleistung durch DRILITE Loft gesteigert. Die Durchmischung der warmen Luft im Schlafsack mit der kalten Außenluft wird durch DRILITE Loft gegenüber nicht beschichteten Materialien stark reduziert.


Atmungsaktiv
Der Labortest der Universität Leeds beweist: DRILITE Loft leitet die Feuchtigkeit problemlos nach außen.

Hier ein Rechenbeispiel bei guten Bedingungen (70% Luft-Feuchtigkeit):
Der Normtest ?MVTR“ basiert auf diesen Bedingungen. In diesem Test hatte DRILITE Loft einen MVTRWert von 24. Das bedeutet:
Durch 1m² DRILITE Loft Material diffundiert bei 70 % Luftfeuchtigkeit circa 24 Liter Flüssigkeit pro 24 Stunden, d. h. ca. 1L pro Stunde.

 

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Ein Schlafsack hat etwa 3m² Oberfläche. Davon haben aber nur 2m² Luftkontakt, denn auf dem restlichen 1m² liegt man. Für einen DRILITE Loft Schlafsack ergibt bei einer 8 Stunden langen Nacht folgende Rechnung!

2m² Schlafsackoberfläche -> 2 Liter Flüssigkeit pro Stunde

8 Stunden Nacht -> 16 Liter Flüssigkeit Kapazität

Ein Mensch verliert aber nur zwischen ¼ und ¾ Liter Flüssigkeit pro Nacht.

 

 

 

Nicht nur im Labor ist die Atmungsaktivität hervorragend. Auch die Praxistests haben eine mehr als ausreichende Atmungsaktivität zum Ergebnis.

Und jetzt ein Beispiel bei extrem schlechten Bedingungen (100 % Luftfeuchtigkeit):

Bei härteren Einsätzen, z. B. bei sehr hoher Luftfeuchtigkeit, in einem Zelt mit kleinem Luftvolumen, in dem zwei Leute übernachten, und bei sinkenden Außentemperaturen:

 

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Bei jedem Atemzug kondensieren Wassertröpfchen an der Zeltwand, der Isomatte, der Schlafsackaußenseite usw. Bei konventionellen Materialien dringt spätestens jetzt die Feuchtigkeit von außen nach innen. DRILITE Loft, die dünne Polyurethanbeschichtung auf der Innenseite des Außenmaterials schützt die Daune. Der Feuchtigkeiteseintrag von außen kann ungleich höher sein, als die Schwitzfeuchte von innen.

Vor allem "atmet" auch das dampfdurchlässigste Außenmaterial (im extremsten Fall ein Netzmaterial) bei 100 % Luftfeuchtigkeit nicht mehr. Die Atmungsaktivität entsteht nur dann, wenn außerhalb des Schlafsacks eine geringere Luftfeuchtigkeit herrscht, als innerhalb.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Man nennt dies ein Dampfdruckgefälle. Nur unter solchen Bedingungen "wandert" ein Wasserdampf-Molekül durch die Poren des Bezugsstoffes nach außen. Wenn 100 % Luftfeuchtigkeit herrschen, kann die Luft außerhalb keine Dampfmoleküle aufnehmen und das Dampfdruckgefälle geht gegen Null.







Innenmaterialien
Als Innenbezugstoffe kann man entweder synthetische Stoffe (Nylon und Polyester) verwenden (leicht, schnell trocknend, klein verpackbar) oder Baumwolle bzw. Baumwollmischgewebe verwenden (hautsympathisch).

 

 


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In Zusammenarbeit mit Mountain Equipment.